Seit Jahrhunderten bringen wir Glück ...

Über die Zunft der Schornsteinfeger

Der Heilige Florian ist der Schutzpatron der Schornsteinfeger. Florianus war römischer Tribun, ein Heerführer, fromm und gut, der eines Tages mit einem Kübel Wasser einen großen Brand verhindert haben soll, deshalb gilt er als der Feuerheilige.

Eine weitere Legende aus dem Mittelalter erzählt, wie ein Köhler nur knapp dem Feuertod entkommt, weil er den Heiligen Florian um Hilfe angerufen haben soll. Die Köhler waren zuständig für die Lieferung von Heizmaterial und haben auch Kamine gefegt. Sie gelten als die Vorgänger der Schornsteinfeger. Heute ziert der Heilige Florian das Wappen der Schornsteinfeger.

Der Zylinder, der zur schwarzen Tracht der Schornsteinfeger gehört, ist ein alter deutscher Handwerksbrauch, der irgendwann einmal der Schornsteinfegerzunft von einem Fürsten als Privileg verliehen worden sein soll.

Im 18. Jahrhundert war der Zylinder die vorherrschende Kopfbedeckung unter den Handwerkern und bei den Schornsteinfegern hat sich diese Mode aufgrund der Zweckmäßigkeit erhalten. Da es im Anzug nur wenig Taschen und diese auch schnell voll Ruß waren, war der Zylinder der ideale Aufbewahrungsort für das Frühstück und andere Lebensmittel, die man z. B. für seine Dienste geschenkt bekam.

Durch die Tatsache, dass der Schornsteinfeger früher die Leute vor dem Pech eines Hausbrandes bewahrte, kam der Aberglaube, der Schornsteinfeger bringe Glück, zustande. Angeblich haben Mägde, wenn sie einem Schornsteinfeger begegneten, an einen Knopf seiner Uniform gefasst oder diesen sogar abgedreht und mitgenommen, um Glück zu haben. Ehrsame Hausfrauen dagegen begnügten sich damit ihn am Ärmel zu berühren.

Heute ist die Schornsteinfegerfigur oder auch nur dessen Zylinder ein Symbol für Glück, das besonders zu Silvester Glückwunschkarten und andere Gegenstände ziert.